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Blaise Pascal - Biographie


1623

PortraitAm 19. Juni 1623 wird Blaise Pascal als Sohn des Étienne Pascal, höherer Steuerbeamter von Clermont (1588-1651) und Antoinette Pascal, geb. Begon (1596-1626) in Clermont (Auvergne), Rue des Gras, geboren. Getauft wird er am 27. Juni.


Er hat zwei Schwestern: Gilberte (1620-1687) und Jacqueline (1625-1661), die beide großen Einfluss auf die Entwicklung Pascals einnehmen. Früh schon macht sich bei Blaise Pascal eine äußerst zerbrechliche physische Verfassung bemerkbar.


1626-1640

1626 stirbt Blaise Pascals Mutter. Pascals Vater kauft das Amt des zweiten Präsidenten am Cour des Aides (Steuergericht) für 31600 Livres.


Der Vater verlässt 1631 Clermont-Ferrand und siedelt mit seinen drei Kindern (1625 Geburt von Jacqueline) nach Paris über, behält aber sein Amt.

Er unterrichtet seine Kindern nach den Erziehungsmethoden Montaignes mit Schwerpunkt antike Sprachen. Der Vater kommt in intensiven Kontakt sowohl mit literarischen wie wissenschaftlich-philosophischen Eliten.


Blaise Pascal entwickelt sich in dieser intellektuellen Atmosphäre zu Pascals Geburtshauseinem mathematischen 'Wunderkind', trotzdem er anfangs dem montaignischen Vorbild folgend, von seinem Vater ausschließlich in den alten Sprachen unterwiesen wird. Über das methodische und wohlüberlegte Vorgehen des Vaters berichtet die Schwester:


"Es war sein oberster Grundsatz bei dieser Erziehung, stets dafür zu sorgen, dass dieses Kind seinem Werk überlegen sei, und darum wollte er ihn die lateinische Sprache nicht vor dem zwölften Lebensjahre lehren, damit er sie leichter erlerne.

Aber er ließ ihn mittlerweile nicht unbeschäftigt, denn er lehrte ihn alle Dinge, deren er ihn fähig fand. Er zeigte ihm ganz allgemein das Wesen der Sprache; er zeigte ihm, wie man sie auf bestimmte grammatische Regeln zurückgeführt habe; dass diese Regeln Ausnahmen hätten, die man sorgfältig bezeichnet habe; und dass man auf diese Weise ein Mittel gefunden habe, alle Sprachen von Land zu Land mitzuteilen. Diese allgemeine Vorstellung brachte Ordnung in seinen Geist und zeigte ihm den Grund für die Regeln der Grammatik; und so wusste er, als er sie dann lernte, warum er es tat, und richtete seine Aufmerksamkeit genau auf die Dinge, die am meisten Aufmerksamkeit verlangten."


Sein Naturtalent zeigt sich unter anderem darin, dass er sich die ersten 32 Sätze der Euklidischen Geometrie als Kind selbstständig herleitet. Früh beteiligt er sich an den Sitzungen der »Académie Mersenne«, eine der Vorgängerkreise der »Académie des sciences«. Dort lernt er u.a. René Descartes kennen.


Aber nicht nur Blaise stellt sich als Wunderkind heraus, auch seine Schwester Jacqueline besitzt eine besondere Begabung. Sie schreibt schon als 12jährige Verse, die außerordentliches poetisches Talent erkennen lassen.

1638 muss der Vater, der gegen eine Finanzverordnung protestiert hatte, Paris verlassen und flieht in die Provinz, in die Auvergne, um so der Bastille zu entgehen.

Jacqueline, nachdem sie vor Kardinal Richelieu, dem mächtigsten Mann Frankreichs, eine Rolle in einer Komödie der Madame de Scudéry 'Le prince déguisé' gespielt hat, erfleht und erhält die Begnadigung ihres Vaters. Dieser wird 1639 vom König als bevollmächtigter Kommissar für das Platz in ClermontSteuerwesen nach Rouen geschickt. Dort assistiert er dem Kanzler Séguier 1640 bei der blutigen Niederschlagung eines Aufstands.


1640 wird Blaise Pascals erstes Werk gedruckt 'Essai sur les Coniques' (Abhandlung über Kegelschnitte). Diese mathematische Meisterleistung macht ihn, der gerade einmal 16. Jahre alt ist, schlagartig in der wissenschaftlichen Welt bekannt.


1633

1633 wird Saint-Cyran - eigentlich Jean Du Vergier de Hauranne (1581-1643) als Prediger und Beichtvater in das bedeutende Pariser Nonnenkloster Port-Royal berufen.

Er ist Freund von Cornelius Jansen (1585-1638), dem Autoren des 'Augustinus' und dem Namensgeber der kirchlichen Reformbewegung des Jansenismus.


Um das Kloster sammeln sich zahlreiche Pariser Bürgerfamilien, darunter die berühmte Familie Arnauld.