Briefe des Blaise Pascal (Übersetzt von Wolfgang Rüttenauer)

Dieser Band ist bei Jacob Hegner in Leipzig erschienen

Die erste deutschsprachige Übersetzung der Briefe Pascals, wobei der Übersetzer im Vorwort seine Auswahl begründet:"Weggelassen wurden nur die mathematischen, meist an Fermat gerichteten Ausführungen, sowie die "Fragments d'une lettre sur la possibilite des commendements"; beide haben mit der Form und dem Wesen des "Briefes" nichts mehr zu tun, sondern sind mathematische beziehungsweise theologische Traktate und daher sinnvoll zu den "Werken" und nicht zu den "Briefen" Pascals zu rechnen.

 

Hier nun eine Brief Pascals an seine Schwester vom 31. Januar 1643:

"Meine liebe Schwester, ich zweifle nicht daran, daß es für Euch sehr schmerzlich war, so lange keine Nachricht von mir erhalten zu haben. Du wirst wohl kaum glauben, daß die Reise der Steuerbeamten der Grund davon war, was tatsächlich der Fall ist; denn sonst hätte ich es sicher nicht versäumt, Euch häufiger zu schreiben. Ich habe Dir zu sagen, daß mein Vater mich nach Paris schickte, während die Herren Kommissäre in Gisors waren; dort fand ich Deinen Brief, in welchem Du mir sagst, daß du jede Woche einmal nach Rouen schreibst. Als ich nach Rouen zurückgekehrt war, fand ich einen Brief von Herr Perier, der mir berichtet, daß Du krank bist. Er schreibt mir aber icht, ob Deine Krankheit gefährlich ist, noch ob es Dir wieder besser gehe, und unterdes ist hier ein Postkurier durchgekommen, ohne daß wir einen Brief erhalten hätten; so sind wir in Sorge, und ich bitte ihn, uns möglist bald von dieser Sorge zu befreien; ich glaube aber, daß die Bitte, die ich hier niederschreibe, unnütz ist, denn ich hoffe, von Dir oder von Herrn Perier Briefe zu empfangen, noch ehe Du den meinigen erhälst. Gott sei Dank sind wir jetzt mit dem Departement fertig. Wenn ich etwas Neues wüßte, würde ich es Dir mitteilen.

Meine liebe Schwester, ich bin Euer sehr demütiger und sehr ergebener Diener und Bruder Pascal"

In Antiquariaten werden Sie vielleicht dieses Bändchen einmal erjagen.