Gedanken (Pensées)

Die Editionsgeschichte ist verschlungen und voller Widersprüche - das liegt daran, dass Pascal selbst nicht mehr die erste Publikation der 'Gedanken' erledigen konnte.

Sechs Jahre nach Pascals Tod im Jahr 1669 kommt es zur ersten Ausgabe unter dem Titel 'Pensées de M. Pascal sur la Religion et sur quelques autres sujets, qui ont été trouvées apres sa mort parmi ses papiers'. Davon existieren noch zwei Ausgaben.

Seitdem diskutiert man, wie Pascal wohl die Publikation seiner Gedanken plante, da man nach seinem Tod ja nur einen Haufen ungeordneter Papiere und flüchtig hingeworfener Notizen gefunden hatte.

Pascal wollte eine Apologie des Christentums schreiben, das jedenfalls ist klar. Seit 1658 sammelte Pascal Gedanken, die diesem Zweck dienen sollten. Insgesamt gilt es fast 900 Texte, Fragmente, Aphorismen einzuordnen. Die Sammlungen der Texte, die von den verwandten Pascals vorgenommen wurde, befinden sich in der Pariser Nationalbibliothek.

Pascal hatte selbst schon einzelne Kernpunkte eines Inhaltsverzeichnisses notiert, unter die er die Gedanken ordnen wollte. Diese Kernpunkte dienten stets als Ordnungsrahmen.

Besonders zwei Herausgeber sind hervorzuheben: Leon Brunschvicg und Louis Lafuma.

Die PENSÉES sind kein fertiges Werk. Doch dieser fragmentarische Zustand spiegelt ungewollt Pascals Absicht wider, dem Denken keinen Haltepunkt zu geben und eine Sache stets von einer neuen Perspektive ins Auge zu fassen: für eine Apologie gewiss ein gelungenes Paradox.

Pascals PENSÉES sind ein Lebensbuch. Pascal wollte zum christlichen Gott intellektuell überzeugen. Das gelingt gewiss nicht bei allen, dem Bann vieler Gedanken kann man sich dennoch nicht entziehen.

Pascal ist einer der Denker, die das Abenteuer Philosophie beglaubigen. Man muss nicht übereinstimmen mit seinen Gedanken, aber klar wird, was geistige Redlichkeit einmal bedeutete.

Wie schon erwähnt, existieren die PENSÉES in verschiedenen Editionen. Wir empfehlen an dieser Stelle die Reclam-Ausgabe, da sie sowohl auf dem neuesten Stand (Lafuma) als auch wohlfeil ist.

Und natürlich lohnt es sich, in Antiquariaten zu stöbern, denn gerade im vergangenen Jahrhundert waren PENSÉES-Ausgaben Legion.